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Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen: Neues Pflichtformular gegen Betrug in Frankreich

Hände zweier Personen bei der Unterzeichnung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung im Arztbüro.

Für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gelten wichtige Neuerungen.

Bei Krankschreibungen in Frankreich handelt es sich um eine bedeutende Änderung. Um Betrug einzudämmen, hat die Krankenversicherung eine Maßnahme eingeführt, die alle Versicherten kennen sollten. Zwar galt bislang eine Übergangsfrist, doch diese ist seit dem 1. September 2025 beendet. Hier sind die wichtigsten Punkte.

Neues Pflichtformular für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen

Wie Actu.fr auf der Website der Verwaltung festgestellt hat, wird seit Juli für jede papiergebundene Übermittlung einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ein neues Formular eingesetzt, das „schwer zu fälschen und besser gesichert“ ist.

Das Dokument stand bereits seit September 2024 zur Verfügung, wurde den medizinischen Fachkräften bislang jedoch lediglich empfohlen. Seine Verwendung ist nun zwingend vorgeschrieben. Formulare für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die „über eine Verschreibungssoftware ausgefüllt und anschliessend ausgedruckt werden können“, werden ausnahmslos zurückgewiesen. Gleiches gilt laut unseren Kollegen für „den Scan und die Fotokopie einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung“.

Sieben Sicherheitsmerkmale gegen Fälschungen

Das neue Formular wurde gezielt entwickelt, um Manipulationen zu verhindern. Es verfügt, wie Actu.fr weiter berichtet, über sieben Authentifizierungsmerkmale: „ein Spezialpapier, ein Hologrammaufkleber, magnetische Tinte sowie Kennzeichen zur Identifizierung des Ausstellers“.

Die Entscheidung der französischen Verwaltung kommt nicht von ungefähr. Es gibt leicht zugängliche spezialisierte Websites, über die sich gefälschte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen beschaffen lassen. Auch in sozialen Netzwerken sind solche Angebote weit verbreitet. Ein Abgeordneter machte kürzlich darauf aufmerksam, wie einfach sich eine falsche Krankschreibung für 19 Euro und ohne ärztliche Untersuchung erwerben lässt.

Missbrauch belastet Versicherte und die Allgemeinheit

Solche Praktiken verursachen letztlich hohe Kosten für die Allgemeinheit. Zudem könnten sie kranke Versicherte benachteiligen, die tatsächlich auf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung angewiesen sind. Denn als Reaktion auf Missbrauch haben das französische Parlament und die Regierung bereits Regelungen beschlossen, die Krankschreibungen schwerer zugänglich machen oder geringer vergüten. Das trifft erneut Beschäftigte, die diese Absicherung dringend benötigen.

Betrug kann sehr teuer werden

Vorbeugen ist besser als heilen: Die Krankenversicherung weist deshalb auch darauf hin, dass gefälschte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen erhebliche finanzielle Folgen nach sich ziehen können. Zunächst müssen Betrüger „die zu Unrecht erhaltenen täglichen Geldleistungen vollständig zurückzahlen“.

Bei wiederholtem oder besonders schwerwiegendem Betrug können anschliessend auch strafrechtliche Schritte folgen, die für die Betroffenen sehr kostspielig werden: Das Delikt kann mit 5 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 375.000 Euro geahndet werden.

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