Das Hospitalschiff Benkos Biohó für Kolumbiens Pazifikküste
Am 11. März 2026 lief das erste im Land gebaute Hospitalschiff in Richtung Pazifischer Ozean aus. Es soll in den Departements Cauca, Valle del Cauca, Nariño und Chocó medizinische Leistungen erbringen. Gesundheitsminister Guillermo Alfonso Jaramillo leitete die Zeremonie in Cartagena de Indias im Departamento Bolívar, mit der die Reise des Hospitalschiffs Benkos Biohó begann. Entwickelt wurde das Schiff von der Corporación de Ciencia y Tecnología para el Desarrollo de la Industria Naval, Marítima y Fluvial, kurz COTECMAR. Es gehört zu den Dual-Use-Technologieprojekten der auf küstennahe und flussgängige Schiffe spezialisierten Gesellschaft.
Bei der Veranstaltung erklärte Vizeadmiral Luis Fernando Márquez Velosa, Präsident von COTECMAR: „Bei COTECMAR freuen wir uns und sind stolz darauf, Kolumbien ein weiteres Schiff zu übergeben – das erste seiner Art, das von Kolumbianern für Kolumbianer entworfen und gebaut wurde. Es unterstützt Gesundheitsmissionen und wird es ermöglichen, Leistungen zu Bevölkerungsgruppen in schwer erreichbaren Regionen zu bringen. Dieses Projekt wurde durch das Zusammenspiel des Ministeriums für Gesundheit und Sozialschutz, der kolumbianischen Marine und unserer Gesellschaft möglich.“ Ergänzend sagte er: „Das Hospitalschiff wird unterschiedliche Gemeinschaften im kolumbianischen Pazifik in den Departements Chocó, Valle, Nariño und Cauca versorgen. Es wird in das tiefere Kolumbien gelangen, das medizinische Versorgungsleistungen benötigt, und zeigt das Engagement der Nationalmarine und von COTECMAR für die soziale Entwicklung unseres Volkes.“
Ein schwimmendes CAPS für abgelegene Gemeinden
Das Schiff ist Kolumbiens erstes küsten- und flussbasiertes Zentrum für die medizinische Grundversorgung (CAPS) und Teil der Strategie Buques para la Vida. Mit dieser Initiative soll der Zugang zu umfassender medizinischer Betreuung verbessert werden. Darüber hinaus sind Präventions-, Diagnose- und Behandlungskampagnen in den entlegensten Fluss- und Küstengemeinden des Landes vorgesehen, in denen diese Transportform den wichtigsten Zugangsweg darstellt. Nach Prognosen profitieren mehr als 150.000 Menschen in 22 Gemeinden von Angeboten unter anderem in den Bereichen Chirurgie, fachärztliche Ambulanzversorgung, Pädiatrie, Psychologie und Impfungen.
Das Gesundheitsministerium investierte rund 24 Millionen US-Dollar (85.810 Millionen kolumbianische Pesos). Der Betrag deckt den Bau, die vollständige medizinische Ausstattung sowie den anfänglichen Betrieb ab. Für Planung, Ingenieurwesen und Bau des Projekts wurden mehr als 353.000 Arbeitsstunden aufgewendet; dabei entstanden 454 direkte und 1.362 indirekte Arbeitsplätze. Das Schiff kann bis zu 25 Tage eigenständig betrieben werden. Es ist 39 Meter lang, 9,5 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,5 Metern.
Ausstattung und Einsatzmöglichkeiten des Hospitalschiffs
An Bord können 35 Besatzungsmitglieder untergebracht werden, darunter 24 Gesundheitsfachkräfte und 11 Angehörige der kolumbianischen Marine. Ein integrierter Hubschrauberlandeplatz erleichtert in kritischen Situationen die Versorgung und Evakuierung von Patientinnen und Patienten aus schwer zugänglichen Gebieten in besser ausgestattete Krankenhäuser. Zur Ausstattung gehören spezialisierte Behandlungsräume, Röntgengeräte, Ultraschall, Mammografie, ein klinisches Labor sowie ein Raum für kleinere chirurgische Eingriffe und gynäkologisch-geburtshilfliche Verfahren.
Für COTECMAR stellt das Schiff zweifellos eine bedeutende Entwicklung dar. Hervorzuheben ist zudem, dass das Hospitalschiff rasch für Einsätze bei Notlagen infolge von Naturkatastrophen oder in Konfliktsituationen als medizinisches Schiff in Kampfgebieten umgerüstet werden kann. Dank seiner vielseitigen Fähigkeiten gelingt dieser Wechsel mit geringem Zeit- und Arbeitsaufwand, wodurch es einen wichtigen Beitrag zu den Marinekapazitäten der Armada leistet.
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