In den vergangenen Jahrzehnten haben Lebensmittelallergien sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen deutlich mehr Aufmerksamkeit erhalten. Mitunter lösen Lebensmittel, die zuvor problemlos zum Alltag gehörten, plötzlich unerwartete allergische Reaktionen aus.
Eine genetische Veranlagung spielt zwar eine wichtige Rolle, doch auch Veränderungen der Lebensweise und Umweltbedingungen können diese Entwicklung begünstigen. „Auch Menschen ohne familiäre Vorbelastung können Allergien entwickeln, wenn sie im Laufe ihres Lebens bestimmten Umweltreizen ausgesetzt sind – etwa Luftverschmutzung, Klimaveränderungen, Pestiziden sowie einem übermäßigen Verzehr von Konservierungs- und Lebensmittelfarbstoffen“, erklärt Michele de Freitas, Koordinatorin des Studiengangs Ernährungswissenschaften an der Anhanguera-Hochschule.
Nach Angaben der Fachfrau können diese Einflüsse das Gleichgewicht des Immunsystems und die Gesundheit der Darmmikrobiota beeinträchtigen. Diese Gemeinschaft von Mikroorganismen trägt wesentlich zum Schutz des Körpers und zur Regulierung von Immunreaktionen bei. Verschiebungen dieses Gleichgewichts können den Körper daher empfindlicher gegenüber bestimmten Substanzen machen und die Entstehung von Allergien fördern.
Im Folgenden erläutert die Ernährungswissenschaftlerin, welche Faktoren die Entwicklung von Lebensmittelallergien bei Erwachsenen begünstigen können.
1. Veränderungen der Darmmikrobiota
Eine veränderte Zusammensetzung der Darmbakterien kann die Funktion des Immunsystems sowie die Verträglichkeit bestimmter Lebensmittel beeinflussen.
2. Veränderungen der Ernährung
Ein höherer Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln bei gleichzeitig geringerer Lebensmittelvielfalt kann die Darmgesundheit und das Immunsystem beeinträchtigen.
3. Genetische Veranlagung
Menschen, in deren Familie Allergien, Asthma, Rhinitis oder atopische Dermatitis vorkommen, können eine stärkere Veranlagung für Lebensmittelallergien haben.
4. Veränderungen des Immunsystems
Eine Lebensmittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem ein in einem Lebensmittel enthaltenes Protein fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und daraufhin eine Reaktion auslöst. Zu den Lebensmitteln, die häufig mit Allergien in Verbindung gebracht werden, zählen Milch, Eier, Erdnüsse, Nüsse und andere Ölsaaten.
Lebensmittelallergie und Lebensmittelunverträglichkeit sind nicht dasselbe
Michele de Freitas betont, wie wichtig die Unterscheidung zwischen einer Lebensmittelallergie und einer Lebensmittelunverträglichkeit ist. Während eine Allergie eine Reaktion des Immunsystems umfasst und potenziell schwere Beschwerden auslösen kann, beruhen Unverträglichkeiten – etwa gegenüber Laktose – meist auf Schwierigkeiten bei der Verdauung bestimmter Bestandteile.
Von Deiwerson Damasceno dos Santos
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