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Blaues Licht von Geräten: Schadet es der Haut wirklich?

Frau trägt blauen Gesichtsmasken-Creme auf und nutzt Laptop an einem Holztisch im hellen Raum.

In den sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Behauptungen darüber, dass alltägliche Gewohnheiten der Haut schaden könnten. Ebenso häufig werden Produkte empfohlen oder beworben, die davor schützen sollen.

Nun steht blaues Licht von digitalen Geräten im Fokus der sozialen Netzwerke.

Kann das Scrollen auf dem Smartphone die Haut also tatsächlich schädigen? Und helfen Cremes oder Lotionen dagegen?

Das sagt die bisherige Forschung – und darauf sollten wir uns wirklich konzentrieren.

Was genau ist blaues Licht?

Blaues Licht gehört zum sichtbaren Lichtspektrum. Seine stärkste Quelle ist Sonnenlicht. Auch elektronische Geräte wie Smartphones, Laptops und Fernseher geben blaues Licht ab – allerdings in einer Intensität, die 100-1,000 Mal niedriger liegt.

Weil wir diese Geräte so intensiv nutzen, gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher Folgen von blauem Licht für die Gesundheit, etwa für die Augen und den Schlaf.

Inzwischen erfahren wir auch mehr darüber, welchen Einfluss blaues Licht auf die Haut haben kann.

Wie wirkt blaues Licht auf die Haut?

Die Forschung zu den Auswirkungen von blauem Licht auf die Haut entwickelt sich noch. Dennoch gibt es einige bemerkenswerte Erkenntnisse.

1. Blaues Licht kann die Pigmentierung verstärken

Studien deuten darauf hin, dass blaues Licht die Bildung von Melanin anregen kann. Dieses natürliche Hautpigment verleiht der Haut ihre Farbe.

Eine zu hohe Belastung durch blaues Licht könnte daher Hyperpigmentierung verschlimmern. Dabei wird zu viel Melanin produziert, wodurch dunkle Flecken auf der Haut entstehen. Besonders betroffen sein könnten Menschen mit dunklerer Haut.

2. Blaues Licht kann Falten begünstigen

Einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass blaues Licht Kollagen schädigen könnte. Dieses Protein ist für die Struktur der Haut unverzichtbar; eine Schädigung könnte die Faltenbildung beschleunigen.

Eine Laborstudie legt nahe, dass dies bereits eintreten kann, wenn ein Gerät nur einen Zentimeter von der Haut entfernt für lediglich eine Stunde gehalten wird.

Wer sein Gerät jedoch in einem Abstand von mehr als 10cm zur Haut hält, verringert die Belastung um das 100-Fache. Für die meisten Menschen dürfte dieser Effekt deshalb deutlich weniger relevant sein.

3. Blaues Licht kann den Schlaf stören – mit Folgen für die Haut

Wirkt die Haut um die Augen herum fahl oder geschwollen, wird blaues Licht schnell direkt dafür verantwortlich gemacht. Da blaues Licht jedoch den Schlaf beeinflusst, handelt es sich wahrscheinlich eher um sichtbare Anzeichen von Schlafmangel.

Blaues Licht unterdrückt besonders wirksam die Produktion von Melatonin. Dieses natürliche Hormon signalisiert dem Körper normalerweise, wann Schlafenszeit ist, und trägt zur Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus bei.

Wenn blaues Licht vor dem Zubettgehen Melatonin hemmt, stört es diesen natürlichen Ablauf. Das Einschlafen kann dadurch schwerer fallen, und die Schlafqualität könnte sinken.

Auch anregende Bildschirminhalte beeinträchtigen den Schlaf zusätzlich. Feeds in sozialen Netzwerken, Nachrichtenartikel, Videospiele oder selbst berufliche E-Mails können das Gehirn aktiv und wach halten und so den Übergang in den Schlaf erschweren.

Lang anhaltende Schlafprobleme können zudem bestehende Hauterkrankungen wie Akne, Ekzeme und Rosazea verschlechtern.

Schlafentzug kann den Cortisolspiegel erhöhen. Dieses Stresshormon baut Kollagen ab, also das Protein, das für die Festigkeit der Haut verantwortlich ist. Zu wenig Schlaf kann darüber hinaus die natürliche Hautbarriere schwächen, sodass die Haut anfälliger für Umweltschäden und Trockenheit wird.

Kann Hautpflege vor blauem Licht schützen?

Die Kosmetikbranche hat die Sorgen rund um blaues Licht aufgegriffen und bietet verschiedene Schutzprodukte an, darunter Sprays, Seren und Lipglosse.

Praktisch betrachtet müssen sich wahrscheinlich nur Menschen mit der stärker ausgeprägten Hyperpigmentierung Melasma wegen des blauen Lichts digitaler Geräte Gedanken machen.

Bei dieser Erkrankung muss die Haut jederzeit umfassend vor sämtlichem sichtbaren Licht geschützt werden. Vollständig wirksam sind nur Produkte, die alles Licht blockieren: mineralische Sonnenschutzmittel oder bestimmte Kosmetika. Wenn die Haut durch das Produkt nicht sichtbar ist, wird es wirksam sein.

Für nicht deckende Produkte ausserhalb des Labors fehlen jedoch strenge Tests. Daher lässt sich nur schwer beurteilen, ob sie funktionieren und ob es sich lohnt, sie in die Hautpflegeroutine aufzunehmen.

Wie lässt sich blaues Licht möglichst reduzieren?

Mit diesen einfachen Massnahmen können Sie Ihre Belastung durch blaues Licht senken – besonders abends, wenn es den Schlaf beeinträchtigen kann:

  • Aktivieren Sie auf Ihrem Gerät den Nachtmodus oder verwenden Sie eine App mit Blaulichtfilter, um abends weniger blauem Licht ausgesetzt zu sein.
  • Begrenzen Sie die Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen und entwickeln Sie eine entspannende Abendroutine. So vermeiden Sie Schlafstörungen, die sich auf die Hautgesundheit auswirken können.
  • Halten Sie Ihr Smartphone oder ein anderes Gerät weiter von der Haut entfernt, um die Belastung durch blaues Licht zu reduzieren.
  • Verwenden Sie Sonnenschutz. Mineralische und physikalische Sonnenschutzmittel mit Titandioxid und Eisenoxiden bieten einen umfassenden Schutz, auch vor blauem Licht.

Kurz zusammengefasst

Blaues Licht wird mit einigen Hautproblemen in Verbindung gebracht, insbesondere mit Pigmentierungsstörungen bei Menschen mit dunklerer Haut. Die Forschung dazu läuft jedoch weiter.

Hautpflegeprodukte zum Schutz vor blauem Licht erscheinen zwar vielversprechend, doch es sind weitere Untersuchungen nötig, um ihre Wirksamkeit zu klären.

Vorerst sollte ein guter Sonnenschutz mit einem Breitband-Sonnenschutzmittel Priorität haben. Er schützt nicht nur vor UV-Strahlung, sondern auch vor Licht.

Michael Freeman, ausserordentlicher Professor für Dermatologie an der Bond University

Dieser Artikel wird unter einer Creative-Commons-Lizenz erneut von The Conversation veröffentlicht. Lesen Sie den Originalartikel.

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