Für alle, deren Angehörige an Demenz oder Alzheimer erkrankt sind, sind Meldungen über potenzielle medikamentöse Behandlungen, die scheitern oder gemischte Ergebnisse liefern, verständlicherweise beunruhigend.
Doch es gibt auch Anlass zur Hoffnung: Neue Erkenntnisse legen nahe, dass ein verbreitetes Vitaminpräparat bei Menschen mit Anzeichen einer frühen Demenz vielversprechende Wirkungen haben könnte. Es handelt sich um eine preiswerte Tablette für die tägliche Einnahme, die allgemein erhältlich ist.
Vitamin D bei leichter kognitiver Beeinträchtigung und Schlafstörungen
In einer neuen Studie, die in Sleep Medicine veröffentlicht wurde, stellten Forschende fest, dass die tägliche Einnahme eines Vitamin-D-Präparats mit deutlich besseren Ergebnissen in kognitiven Tests verbunden war. Untersucht wurden Personen mit zwei Kennzeichen einer frühen Demenz: leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Schlafstörungen.
Nach Angaben des Forschungsteams ist dies die erste Untersuchung, die den Zusammenhang zwischen einer Vitamin-D-Supplementierung und kognitiver Leistung bei Patientinnen und Patienten mit diesen beiden zentralen Symptomen analysiert. Allerdings handelt es sich lediglich um eine kleine Beobachtungsstudie, die nicht belegt, dass Vitamin D die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert.
Dennoch ergänzen die Ergebnisse die wachsende Evidenz dafür, dass Vitamin D die Gehirngesundheit schützen und möglicherweise Demenz vorbeugen könnte. Darüber hinaus scheint es auch Prozesse des Alterns, die Herzgesundheit und Depressionen positiv zu beeinflussen – neben vielen weiteren Erkrankungen.
Wie bei neurodegenerativen Erkrankungen häufig zu beobachten ist, könnte ein frühes Eingreifen entscheidend sein, vermuten die Forschenden.
„Dies könnte ein entscheidendes Zeitfenster für Interventionen darstellen, in dem kognitive Veränderungen bereits auftreten, aber weiterhin Möglichkeiten bestehen, die Gehirngesundheit zu unterstützen“, sagt die Schlafforscherin Victoria Pak von der Emory University in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia.
Aufbau der Studie zu Vitamin D und kognitiver Leistung
Paks Team untersuchte 54 Erwachsene im Alter von 50 Jahren oder älter. Bei allen war MCI diagnostiziert worden oder stand unter Verdacht, und alle zeigten Anzeichen von Schlafstörungen.

Zur Bewertung ihrer kognitiven Fähigkeiten absolvierten die Teilnehmenden das Montreal Cognitive Assessment (MoCA). Zusätzlich wurde ihre Schlafqualität mit zwei separaten Verfahren erfasst: dem Pittsburgh Sleep Quality Index (PSQI) und der Epworth-Schläfrigkeitsskala (ESS).
Die Teilnehmenden machten zudem Angaben zu ihrer Vitamin-D-Einnahme. Als die Forschenden die tägliche Dosis mit den Messwerten für Kognition und Schlaf verglichen, zeigte sich ein bemerkenswertes Ergebnis.
Nach Berücksichtigung möglicher Störfaktoren, darunter Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI), Vitamin-D-Art und Bildungsniveau, erreichten Personen mit einer täglichen Einnahme von 5.000+ IU Vitamin D in den MoCA-Ergebnissen ~13 Prozent höhere Werte (3.78 Punkte mehr) als Personen, die keine Vitamin-D-Präparate einnahmen.
Auch Menschen mit niedrigeren täglichen Vitamin-D-Dosen erzielten nominell höhere Werte als Teilnehmende ohne tägliche Vitamin-D-Einnahme. Die Ergebnisse bei geringeren Dosen waren jedoch nicht statistisch signifikant.
Dosisgrenzen und vorläufige Ergebnisse
Der Zusammenhang bei 5.000+ IU bestand unabhängig davon, ob die Teilnehmenden Vitamin D2 oder Vitamin D3 einnahmen. Wichtig ist jedoch, dass 5.000+ IU leicht über der empfohlenen maximalen täglichen Vitamin-D-Zufuhr von 4.000 IU liegen. Diese Menge gilt im Allgemeinen als sichere Obergrenze, um die Entwicklung einer Hyperkalzämie zu vermeiden.
Daher sollte das wichtigste Ergebnis nicht als neue Empfehlung dazu verstanden werden, wie viel Vitamin D Menschen einnehmen sollten – auch wenn Forschungsergebnisse zunehmend darauf hindeuten, dass Dosen zwischen 4.000 und 6.000 IU einen besseren Schutz vor einigen ungünstigen gesundheitlichen Folgen bieten könnten.
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Derzeit ist dies lediglich ein vorläufiger Befund aus einer kleinen Studie. Nach Ansicht der Forschenden sollte er in weiteren Untersuchungen mit größeren Gruppen von Teilnehmenden genauer analysiert werden.
Vorerst ist zwar Vorsicht geboten, doch der Befund bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einen vielversprechenden Ansatz für künftige Forschung – insbesondere, weil Vitamin D so kostengünstig und leicht verfügbar ist.
Sobald die wissenschaftliche Lage geklärt ist, könnte sich daraus etwas wirklich Bedeutsames ergeben.
„Die Identifizierung zugänglicher und veränderbarer Faktoren, etwa der Einnahme von Vitamin-D-Präparaten, in früheren Stadien des kognitiven Abbaus könnte zunehmend wichtig werden“, sagt Pak, „insbesondere weil die Raten der Alzheimer-Krankheit weiter steigen.“
Die Ergebnisse wurden in Sleep Medicine veröffentlicht.
Dieser Artikel wurde von Fiona MacDonald auf Fakten geprüft und von Fiona MacDonald redigiert. Wir sind zwar stolz auf unseren Prüfprozess, aber auch wir sind nur Menschen. Falls Ihnen ein Fehler auffällt, teilen Sie uns dies bitte mit.

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