Der am 25. August begangene Nationale Tag der frühkindlichen Bildung regt dazu an, darüber nachzudenken, wie allen Kindern bereits in ihren ersten Lebensjahren Lernerfahrungen ermöglicht werden können. Der durch Gesetz Nr. 12.602/2012 eingeführte Gedenktag unterstreicht die Bedeutung dieser Bildungsphase für die kindliche Entwicklung und schafft Raum für die Auseinandersetzung mit den Herausforderungen der Inklusion.
Für blinde Kinder oder Kinder mit Sehbeeinträchtigung bedeutet die vollständige Teilhabe an den Angeboten der frühkindlichen Bildung, unterschiedliche Wege des Lernens, Spielens, Erkundens und der Interaktion mit ihrer Umwelt mitzudenken. Zugängliche Lehrmaterialien, assistive Technologien, geeignete Anreize und qualifizierte Fachkräfte gehören zu den Faktoren, die diesen Kindern dieselben Entwicklungs- und Lernchancen eröffnen können.
Die Bildungsbarrieren, mit denen Menschen mit Behinderung – darunter Menschen mit Sehbehinderung – konfrontiert sind, bleiben erheblich. Nach Daten der Volkszählung 2022, die das Brasilianische Institut für Geografie und Statistik (IBGE) 2025 veröffentlichte, waren 21,3 % der Menschen mit Behinderung ab 15 Jahren Analphabetinnen oder Analphabeten. Dieser Wert liegt viermal über dem Anteil bei Menschen ohne Behinderung, der 5,2 % betrug. Zudem hatten 63,1 % keine Schulbildung oder die Grundschule nicht abgeschlossen; bei Menschen ohne Behinderung lag dieser Anteil bei 32,3 %.
Gerade deshalb ist es entscheidend, Inklusion bereits in der frühen Kindheit zu berücksichtigen. Je früher ein Kind Zugang zu Angeboten erhält, die seine Bedürfnisse und Fähigkeiten achten, desto besser kann es Selbstständigkeit, Kommunikation und Kompetenzen entwickeln, um sich aktiv am schulischen und gesellschaftlichen Leben zu beteiligen.
Inklusion und Entwicklung von klein auf
Laramara – die Brasilianische Vereinigung zur Unterstützung von Menschen mit Sehbehinderung – gilt als wichtige Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Sehbehinderung. Seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich die Organisation für Inklusion ein und erleichtert den Zugang zu Hilfsmitteln und Strategien, die Entwicklung fördern. Gegründet wurde sie 1991 von Mara und Victor, nachdem bei ihrer Tochter Lara eine Frühgeborenenretinopathie diagnostiziert worden war. Auf der Suche nach Möglichkeiten, ihre Tochter zu unterstützen, spezialisierte sich Mara auf Sonderpädagogik: Sie studierte Pädagogik und absolvierte an der Universität São Paulo (USP) eine Spezialisierung zu Blindheit und Sehbehinderung.
Heute führt Laramara Maßnahmen in den Bereichen inklusive Bildung, Fortbildung von Fachkräften, Zugang zu assistiven Technologien, Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, Familienunterstützung sowie institutionelle Vernetzung durch. Zum Tätigkeitsfeld zählen außerdem Kurse für pädagogische Fachkräfte und Therapeutinnen sowie Therapeuten. Sie helfen dabei, das Wissen über Sehbehinderung zu erweitern und die Betreuung dieser Personengruppe zu verbessern.
„In der frühen Kindheit entstehen viele Erfahrungen, die die Entwicklung voranbringen, durch Spielen, die Erkundung des eigenen Körpers, von Gegenständen und Räumen sowie durch Begegnungen mit anderen Menschen. Kindern mit Sehbehinderung Zugang zu diesen Erfahrungen zu ermöglichen, ist grundlegend, damit sie sich aktiv beteiligen, Wissen aufbauen, Selbstständigkeit entwickeln und ihr Verständnis von der Welt erweitern können“, erklärt Junia Buzim, Pädagogin bei Laramara.
Zugängliche Erfahrungen für Kinder mit Sehbehinderung
Die Fortbildung von Fachkräften stärkt die Inklusion
In diesem Zusammenhang können fehlende barrierefreie Materialien, unzureichend gestaltete Umgebungen und Fachkräfte, die die Besonderheiten einer Sehbehinderung nicht kennen, weiterhin die Teilhabe und das Lernen erschweren. Die kontinuierliche Fortbildung von Fachkräften im Bildungsbereich ist daher unerlässlich. Sie versetzt sie in die Lage, Fähigkeiten und Bedarfe zu erkennen, Barrieren zu identifizieren und pädagogische Strategien zu entwickeln, die Interaktion, Kommunikation und Lernmöglichkeiten erweitern.
„Eine wirklich inklusive frühkindliche Bildung schafft kein separates Angebot, sondern stellt sicher, dass das Kind mit Sehbehinderung tatsächlich beteiligt ist und echte Entwicklungsmöglichkeiten erhält“, betont die Pädagogin.
Von Juliana Vaz
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