Eine erholsame Nacht hängt nicht allein von einem bequemen Bett ab. Im Tagesverlauf beeinflussen verschiedene Faktoren, wie sich der Körper auf die Ruhephase einstellt – dazu zählt auch die Ernährung. Zwar gibt es keine Lebensmittel, die zwangsläufig Schlaflosigkeit auslösen, doch bestimmte Essgewohnheiten, vor allem in der Zeit vor dem Zubettgehen, können das Entspannen erschweren und die Schlafqualität mindern.
„Die Reaktion [auf ein Lebensmittel] ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, doch manche Gewohnheiten können Beschwerden begünstigen oder den Schlafrhythmus stören. Eine ausgewogene Ernährungsroutine kann zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen, häufige Schlafprobleme sollten jedoch nicht ausschließlich auf die Ernährung zurückgeführt werden. Auch Stress, Angstzustände, Veränderungen im Alltag, Medikamente und gesundheitliche Beschwerden können den Schlaf beeinflussen“, erläutert die Ernährungswissenschaftlerin Mônica Magalhães, Leiterin des Studiengangs Ernährung an der Faculdade Unime Anhanguera.
Im Folgenden nennt die Expertin 7 Ernährungsgewohnheiten, die die Nachtruhe beeinträchtigen können.
1. Koffein am späten Tag konsumieren
Kaffee, Energy-Drinks, einige Teesorten, Cola-Getränke und andere koffeinhaltige Produkte können die Wachheit steigern. Werden sie kurz vor dem Schlafengehen getrunken, kann dies bei empfindlichen Menschen das Einschlafen erschweren. Wer Schwierigkeiten beim Einschlafen bemerkt, kann daher prüfen, ob sich koffeinhaltige Getränke am Nachmittag und Abend reduzieren lassen.
2. Abends sehr schwere Mahlzeiten essen
Große Mengen an Nahrung kurz vor dem Zubettgehen können ein Völlegefühl und Unwohlsein verursachen, was das Abschalten erschwert. Abendmahlzeiten sollten sich nach Möglichkeit an den persönlichen Tagesablauf und die individuellen Bedürfnisse anpassen und insbesondere unmittelbar vor dem Hinlegen nicht zu üppig ausfallen.
3. Sehr fettreiche Lebensmittel vor dem Schlafen essen
Stark fetthaltige Speisen können länger im Verdauungstrakt verbleiben und bei manchen Menschen Beschwerden auslösen. Geschieht das kurz vor der Schlafenszeit, kann die Erholung darunter leiden. Es kann hilfreich sein, auf die Reaktion des eigenen Körpers auf bestimmte Lebensmittel zu achten, um mögliche Störfaktoren für den Schlaf zu erkennen.
4. Sehr scharfe Speisen übermäßig essen
Stark gewürzte oder scharfe Lebensmittel können bei einigen Menschen Sodbrennen, Reflux oder Magen-Darm-Beschwerden hervorrufen. Diese Symptome können sich verstärken, wenn man sich direkt nach dem Essen hinlegt. Wer empfindlich reagiert, kann solche Gerichte in den Stunden vor dem Schlafen meiden.
5. Kurz vor dem Schlafengehen viel Zucker konsumieren
Süßigkeiten, Desserts und zuckerhaltige Getränke können Teil einer ausgewogenen Ernährung sein, ein übermäßiger Verzehr – besonders am Abend – ist jedoch nicht empfehlenswert. Zudem sollten zuckerreiche Produkte im Alltag keine nährstoffreicheren Lebensmittel ersetzen. Sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Ernährung über den Tag hinweg sowie der Verzicht auf Übermaß vor dem Zubettgehen.
6. Abends auf einmal sehr viel trinken
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig. Wer jedoch kurz vor dem Schlafen große Flüssigkeitsmengen trinkt, muss nachts möglicherweise häufiger zum Wasserlassen aufstehen. Wenn die Wasseraufnahme über den gesamten Tag verteilt wird, lässt sich ein solcher Überschuss in der Ruhezeit möglicherweise vermeiden.
7. Alkohol zum „Entspannen“ verwenden
Alkohol kann anfangs zwar müde machen, sein Konsum kann jedoch die Schlafqualität verschlechtern und nächtliches Aufwachen begünstigen. Deshalb wird nicht empfohlen, ihn als Mittel zum Einschlafen einzusetzen.
Auf Warnsignale achten
Laut der Ernährungswissenschaftlerin Mônica Magalhães sollte bei häufigen oder anhaltenden Schlafproblemen eine medizinische Fachperson konsultiert werden. So lassen sich mögliche Ursachen abklären und eine angemessene Beratung erhalten.
Von Deiwerson Damasceno
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