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7 Erste-Hilfe-Situationen, die Eltern und Betreuungspersonen kennen sollten

Mutter verbindet liegend am Boden sitzend das Handgelenk ihres Sohns mit Erste-Hilfe-Material in heller Küche.

Eltern, Mütter, Väter und andere Betreuungspersonen kleiner Kinder wissen: Schon wenige Sekunden Unaufmerksamkeit können zu Unfällen im Haushalt führen. Stürze, Schnittverletzungen, Verschlucken und Verbrennungen gehören zu den häufigsten Vorfällen im Kindesalter. Sie reichen von leichten Zwischenfällen bis hin zu schweren Notfällen. Umso wichtiger ist es, in solchen Situationen richtig reagieren zu können, damit Kinder geschützt sind.

Laut Ityara Cristina Busetti, Dozentin im Studiengang Pflege an der Faculdade Unopar, sollten Betreuungspersonen zumindest über grundlegende Kenntnisse in Erster Hilfe verfügen. Dieses Wissen ersetzt zwar keine medizinische Versorgung, kann aber bis zum Eintreffen professioneller Hilfe Leben retten. „In einer Notfallsituation ist es entscheidend, ruhig zu bleiben. Erwachsene sollten einschätzen, was passiert ist, das Kind aus dem Gefahrenbereich bringen und bei Anzeichen für einen ernsten Zustand stets professionelle Hilfe holen“, erklärt sie.

Im Folgenden finden Sie 7 Erste-Hilfe-Situationen, mit denen Eltern und Betreuungspersonen umgehen können sollten.

1. Verschlucken

Ein Verschlucken kann die Atemwege teilweise oder vollständig verschließen. Kann das Kind weder atmen noch husten oder Laute von sich geben, muss sofort gehandelt und der Rettungsdienst verständigt werden. Die Maßnahmen zur Befreiung der Atemwege unterscheiden sich je nach Alter des Kindes. Eltern und Betreuungspersonen sollten die geeigneten Techniken für Säuglinge und Kinder daher im Vorfeld von qualifiziertem Fachpersonal erlernen.

2. Schnittverletzungen und Blutungen

Bei kleineren Schnittverletzungen sollten zunächst die Hände gereinigt werden. Anschließend wird mit einem sauberen Tuch oder einer sterilen Kompresse direkter Druck auf die Wunde ausgeübt, um die Blutung zu stillen. Bei starker Blutung, wenn sie trotz Druck nicht aufhört oder die Wunde tief ist, muss medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

3. Verbrennungen

Bei einer Verbrennung sollte die betroffene Stelle unter fließendem Wasser mit Raumtemperatur gekühlt werden. Von Eis, Zahnpasta, Butter, Kaffee oder anderen Hausmitteln auf der Haut wird abgeraten. Großflächige, tiefe oder elektrische Verbrennungen sowie Verletzungen an empfindlichen Körperregionen wie Gesicht und Genitalbereich müssen ärztlich beurteilt werden.

4. Stürze und Schläge auf den Kopf

Nach einem Sturz sollte das Kind genau beobachtet werden. Achten Sie darauf, ob es bewusstlos war, wiederholt erbricht, sich auffällig verhält, ungewöhnlich schläfrig ist, Krämpfe hat oder weitere Beschwerden zeigt. Bei Warnzeichen oder dem Verdacht auf eine schwerere Verletzung sollte ein medizinisches Team das Kind untersuchen. Besteht der Verdacht auf eine Verletzung der Wirbelsäule oder des Nackens, darf das Kind nicht unnötig bewegt werden.

5. Nasenbluten

Bei Nasenbluten sollte das Kind sitzen und den Oberkörper leicht nach vorn neigen. Der weiche Teil der Nase kann einige Minuten lang vorsichtig zugedrückt werden. Den Kopf nach hinten zu legen, ist nicht empfehlenswert, weil Blut verschluckt werden kann und Beschwerden verursachen könnte.

6. Vergiftung oder Aufnahme von Substanzen

Hat ein Kind Medikamente, Reinigungsmittel oder eine andere möglicherweise giftige Substanz eingenommen, sollten Betreuungspersonen kein Erbrechen auslösen und ohne fachliche Anweisung weder Nahrung noch Getränke geben. Wichtig ist, das betreffende Produkt zu identifizieren und sich an einen spezialisierten Dienst oder den Notdienst zu wenden – insbesondere dann, wenn Symptome auftreten.

7. Krampfanfall

Während eines Krampfanfalls sollte die erwachsene Person das Kind vor Gegenständen schützen, an denen es sich verletzen könnte. Wenn die Bewegungen aufgehört haben, sollte das Kind nach Möglichkeit in eine sichere Position gebracht werden. Gegenstände oder Finger dürfen weder in den Mund des Kindes gesteckt noch seine Bewegungen gewaltsam unterdrückt werden. Handelt es sich um den ersten Krampfanfall, dauert er mehrere Minuten, treten Atemprobleme auf oder kommt das Kind nicht angemessen wieder zu Bewusstsein, muss der Rettungsdienst alarmiert werden.

Was ebenfalls nicht getan werden sollte

Ityara Cristina Busetti zufolge besteht einer der häufigsten Fehler im Notfall darin, Hausmittel einzusetzen oder Maßnahmen ohne ausreichende Kenntnisse durchzuführen. „Beim Versuch zu helfen, ergreifen viele Menschen Maßnahmen, die den Zustand verschlimmern können. Deshalb ist es neben der Kenntnis von Erste-Hilfe-Techniken wichtig zu wissen, wann man nicht eingreifen sollte und spezialisierte Hilfe suchen muss“, rät sie.

Wählen Sie im Notfall die 112 für Feuerwehr und Rettungsdienst. Bei Vergiftungen wenden Sie sich an den zuständigen Giftnotruf.

Von Deiwerson Damasceno

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