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14 Blutproteine könnten Lungenkrebsrisiko Jahre vor der Diagnose anzeigen

Ärztin erklärt einem Paar im Sprechzimmer eine Lungenröntgenaufnahme auf einem Tablet.

Lungenkrebs kann sich über Jahre hinweg entwickeln, ohne eindeutige Beschwerden auszulösen. Deshalb gehört die Suche nach Verfahren, die die Erkrankung oder ihr Risiko frühzeitig erkennen können, zu den wichtigsten Zielen der medizinischen Forschung. Eine internationale, in der Fachzeitschrift Cell veröffentlichte Studie beschreibt nun einen noch zu untersuchenden Ansatz: Eine Kombination aus 14 im Blut nachweisbaren Proteinen könnte bereits Jahre vor der Diagnose mit einem erhöhten Lungenkrebsrisiko zusammenhängen.

Für die Untersuchung wertete das Forschungsteam Blutproben von mehr als 48.000 Personen aus. Mithilfe künstlicher Intelligenz und moderner Verfahren zur Proteinanalyse suchten die Forschenden nach Mustern, die auf eine spätere Tumorentstehung hindeuten. Die sogenannte Proteinsignatur wurde zudem in mehreren Datensätzen geprüft, darunter auch bei Personen, die nie geraucht hatten.

Die Entdeckung ist noch kein Bluttest auf Lungenkrebs

Auch wenn die Ergebnisse vielversprechend sind, steht damit noch kein Bluttest zur Verfügung, der Lungenkrebs Jahre vor seinem Auftreten diagnostizieren kann. Die Studie zeigt lediglich einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Proteinen und dem späteren Erkrankungsrisiko. Bevor die Methode im klinischen Alltag eingesetzt werden könnte, sind weitere Validierungsschritte erforderlich.

Nach Einschätzung des Infektiologen Dr. Evaldo Stanislau, Koordinator des Medizinstudiengangs an der Universidade São Judas, deren Studiengang Teil von Inspirali ist – einem Ökosystem, das 15 medizinische Hochschulen in verschiedenen Regionen Brasiliens verwaltet –, eröffnet die Entdeckung eine bedeutsame Perspektive für die zukünftige Früherkennung.

„Wichtig ist, dass es sich um eine Studie handelt, die einen vielversprechenden Weg aufzeigt, und nicht um einen bereits verfügbaren Test zur Diagnose von Lungenkrebs im klinischen Alltag. Die Untersuchung verdeutlicht die Möglichkeit, über das Blut biologische Signale zu erkennen, die mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko verbunden sind, bevor die Krankheit mit herkömmlichen Methoden diagnostiziert wird“, erklärt er.

Sollten künftige Studien die Ergebnisse bestätigen, könnte ein solches Instrument helfen, Menschen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für die Erkrankung zu identifizieren und individuellere Überwachungsstrategien zu ermöglichen.

Lungenkrebs kann auch Nichtraucherinnen und Nichtraucher treffen

Rauchen bleibt der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs, ist jedoch nicht der einzige. Auch Menschen, die nie geraucht haben, können erkranken. Das unterstreicht, wie wichtig die Untersuchung weiterer Faktoren ist, die zur Entstehung beitragen können.

Den von Dr. Stanislau präsentierten Daten zufolge liegt das Risiko, bis zum Alter von 75 Jahren an Lungenkrebs zu erkranken, bei Rauchenden bei nahezu 20 %. Bei ehemaligen Rauchenden beträgt es etwa 5 %, bei Menschen, die nie geraucht haben, rund 1 %. Dennoch entfallen weltweit zwischen 15 % und 20 % der Lungenkrebsdiagnosen auf diese letzte Gruppe.

„Lungenkrebs ist keine Krankheit, die ausschließlich Menschen betrifft, die rauchen. Tabakkonsum ist zweifellos der wichtigste Risikofaktor, doch auch andere Aspekte spielen eine Rolle, etwa die Belastung durch Luftverschmutzung, Stoffe in bestimmten Arbeitsumgebungen, die familiäre Vorgeschichte und einige Lungenerkrankungen. Deshalb müssen wir Prävention und medizinische Begleitung umfassender betrachten“, so Stanislau.

Der Weiße August rückt die Prävention in den Fokus

Die Veröffentlichung der Studie fällt in den Weißen August, eine Aufklärungskampagne zum Thema Lungenkrebs. Sie soll das Wissen über Risikofaktoren, Prävention, Symptome, Diagnose und Behandlung erweitern.

Da die Erkrankung während eines Teils ihres Verlaufs unbemerkt bleiben kann, ist auch die Aufmerksamkeit für Warnzeichen entscheidend. Anhaltender Husten, Atemnot, Brustschmerzen, Heiserkeit, Erschöpfung, unerklärlicher Gewichtsverlust und Blut im Auswurf sollten ärztlich abgeklärt werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes dieser Symptome zwangsläufig auf Krebs hinweist. Sie können viele andere Ursachen haben, doch bei anhaltenden Beschwerden ist eine Untersuchung angezeigt.

Wer sollte ein Lungenkrebs-Screening wahrnehmen?

Ein Screening auf Lungenkrebs wird derzeit nicht pauschal für die gesamte Bevölkerung empfohlen. Menschen mit einer ausgeprägten Raucheranamnese oder weiteren Risikofaktoren können nach ärztlicher Beurteilung für eine gezielte Überwachung einschliesslich bildgebender Untersuchungen infrage kommen.

Die aktuelle Forschung zu Blutproteinen ist noch weit davon entfernt, diese Vorgehensweisen zu ersetzen. Damit die von den Forschenden identifizierte Signatur in der Praxis eingesetzt werden kann, muss sie zunächst in weiteren Studien ihre Fähigkeit belegen, das Erkrankungsrisiko zuverlässig und präzise vorherzusagen.

Wie lässt sich das Risiko für Lungenkrebs senken?

Während neue Früherkennungsverfahren erforscht werden, bleiben bekannte Massnahmen entscheidend, um die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung zu verringern:

  • Nicht rauchen: Tabakkonsum ist der wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs. Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt die mit Tabak verbundenen Risiken schrittweise.
  • Zigarettenrauch meiden: Auch Passivrauchen steht mit einem erhöhten Risiko in Verbindung.
  • Am Arbeitsplatz Schutz verwenden: Wer Asbest, Siliziumdioxid, Arsen, Benzol, Cadmium, Chrom oder Nickel ausgesetzt ist, sollte die empfohlenen Arbeitsschutzmassnahmen befolgen.
  • Belastung durch Luftverschmutzung reduzieren: Eine langfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung wird mit Atemwegsproblemen in Verbindung gebracht und kann zu Lungenerkrankungen beitragen.
  • Ärztlich begleitet werden: Menschen mit Raucheranamnese, Lungenerkrankungen oder anderen Risikofaktoren sollten mit medizinischem Fachpersonal über die Notwendigkeit von Kontrollen und Untersuchungen sprechen.
  • Anhaltende Symptome abklären lassen: Husten, Atemnot, Heiserkeit oder Blut im Auswurf sowie weitere Beschwerden sollten untersucht werden.

Nach Ansicht des Experten verringert die Entwicklung neuer Nachweismethoden nicht die Bedeutung bereits bekannter Präventionsstrategien.

„Die beste Strategie besteht weiterhin darin, Risikofaktoren zu verringern. Mit dem Rauchen aufzuhören, Zigarettenrauch zu meiden, in Arbeitsumgebungen mit potenziell schädlichen Stoffen Schutzausrüstung zu tragen und medizinische Kontrollen wahrzunehmen, sind Massnahmen, die einen Unterschied machen können. Der Weiße August ist eine wichtige Gelegenheit, daran zu erinnern, dass Prävention und Information ebenfalls Leben retten“, betont er.

Lungenkrebs bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern: Was die Anfälligkeit von Frauen erhöht

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